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Die Flucht - ARD Zweiteiler über die Flucht aus Ostpreußen |
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Geschrieben von: Daniel Poznanski
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Donnerstag, den 08. März 2007 um 15:20 Uhr |
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Am 4. und 5. März 2007 zeigte die ARD einen Zweiteiler mit dem Titel „Die Flucht“. Hauptdarstellerin ist Maria Furtwängler, den meisten Zuschauern als Tatort-Kommissarin oder aus der Serie „Die glückliche Familie“ bekannt.
Doch nicht so sehr die – wirklich gute schauspielerische Leistung – der Enkelin des berühmten Dirigenten Wilhelm Furtwängler ist seit Tagen Thema in den Medien, sondern die Frage, ob man einen Film über die Vertreibung der deutschen Zivilbevölkerung aus dem ehemaligen Schlesien, Pommern und Ostpreußen machen darf. So war gleich im Anschluss an den ersten Teil des Films die unvermeidliche Runde bei Sabine Christiansen mit der Aufarbeitung der sich daraus ergebenden Fragen beschäftigt und auch das Feuilleton hat sich ausführlich mit der Frage befasst. Nach über 60 Jahren aber ist eine Diskussion und auch eine filmische Auseinandersetzung mit dem Thema durchaus geboten, zumindest dann, wenn die Ursache der Vertreibung auch in Zusammenhang mit der grausamen und menschenverachtenden Politik der Nazis gebracht wird. Dies schafft der Film in bemerkenswerter Weise. Er spricht das Leid der Zivilbevölkerung an, aber er verschweigt nicht, dass die Nazis den Boden für die Vertreibung bereitet haben. Ein Forum für dieses - für viele Vertriebene wichtige - Thema war überfällig und es ist schön zu sehen, dass das Leid der geflohenen Menschen nicht nur vom Bund der Vertriebenen, sondern mitten aus der Gesellschaft angesprochen wird. Der Umgang mit diesem Thema ist in dem Film von Regisseur Kai Wessel aber deutlich sensibler als dies durch die Vertriebenenverbände in den vergangenen 60 Jahren vorgetragen wurde. Diesen muss man dennoch zugestehen, dass aus teilweise persönlicher Betroffenheit nicht immer auf die Befindlichkeiten der Nachbarn in der Art und Weise Rücksicht genommen wurde, wie dies wünschenswert gewesen wäre. Auch die Frage, ob nun ein Zentrum für Vertreibung in Berlin oder an anderer Stelle entstehen soll wird jetzt wieder diskutiert. Das Zentrum ist wichtig, dennoch wäre es wunderbar, wenn dies gemeinsam mit den polnischen und tschechischen Nachbarn aufgebaut würde und das Leid aller Vertriebenen dort angesprochen würde, denn man darf nicht vergessen: nicht nur die deutsche Bevölkerung wurde aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen vertrieben, sondern auch die polnische Bevölkerung aus Teilen der heutigen Ukraine. (DP)
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